Donnerstag, 14. Januar 2010

Rio - La Paz

Jetzt zu meiner schmerzvollen Anreise nach La Paz (Bolivien).
Aus Kostengründen habe ich mich ja dazu entschieden die knappen 3000 km ins Hochgebirge der Anden mit Bus (Rio – Porto Suarez 30 Std.) Bahn, auch „Death Train“ genannt (Porto Suarez – Santa Cruz 18 Std.) und wiederum Bus (Santa Cruz – La Paz 18 Std.) anzutreten. Puh, ich fands ja schon vorher tapfer, aber was ich hier erlebt habe ist echt mal einiges mehr wert als gedacht! Dazu sei gesagt, dass ich gerade (5.1.10) im Bus in der letzten Reihe sitze und das ganze schon mal abtippe. Gerade geht’s mir mächtig schlecht, da wir einfach in den letzten 8 Std. knappe 2500 Höhenmeter hinter uns gebracht haben. So ganz locker steck ich’s dann doch nicht weg, dass ich jetzt auf 4000 m in La Paz ankomme. Mein Kopf brummt wie sonst was und gelegentliche Übelkeitsatacken sind auch mal dabei. Aber das wird sicher noch.
5 Tage später…
Endlich kann ich den Text fortsetzen. Wie schon oben erwähnt, ging es also in Rio am 02.01.10 um 10 Uhr früh los. Natürlich etwas übermüdet von der Nacht vorher, damit ich auch ordentlich schlafen konnte. So viel gibt es zu der Fahrt bis nach Porto Suarez gar nicht zu erzählen. Die Busse in Brasilien sind immer ziemlich gemütlich. Man kann die Sitze fast horizontal ausrichten und hat enorme Beinfreiheit. Außer Sintflutartigen Regenfällen in Sao Paulo, die uns zum Stoppen brachten, gabs wirklich nichts wichtiges. Außer Manolo, den Mexikaner, dessen Bekanntschaft ich im Bus gemacht habe. Ist der kaputt. Von da an mein Reisepartner.
So kamen wir also am 03.01. an der Grenze an. Nun hieß es die Passkontrolle zu überstehen – ohne Spanisch. Vor mir waren drei Brasilianer dran und Manolo. Ha, die bolivianischen Beamten. Da sagen die doch eiskalt zu den Brasilianern: „Das erste mal in Bolivien?“ Bras.: „Ja!“ Beamter: „Dann kostet das 20 Real.“ Bras.: „Wie? Das kann nicht sein. Wir haben uns informiert!“ Beamter: „Gut, dann gibt’s kein Stempel!“ – Haaaahaaaa Diese verfluchten, korrupten Bolivianer! Da haben die die Jungs einfach mal erpresst. Dann haben die natürlich gezahlt.
Bei Manolo das gleiche. Nue haben die bei dem gesagt, dass er mind. 300 US Dollar dabei haben müsse. Sonst 20 Real. Also hat auch der gezahlt.
Dann kam ich. Beamter: „Woher?“ Ich: „Deutschland“ Beamter: „Ok!“ Bumms – Stempel. Hahaa – Wie die anderen mich gehasst haben!

In Porto Suarez angekommen, wollten Manolo und ich den einzigen Zug an diesem Tag nehmen. Leider waren alle Tickets für die nächsten drei Tage verkauft. Das hieß also, da ich unter Zeitdruck stand und am 5ten in La Paz sein musste, auf den Bus umsteigen. Schon hier dachte ich: „ Oh mein Gott! Die Strecke ist berüchtigt und die Busse sind scheiße!“ Egal, gab keine andere Möglichkeit. Also ab zum „Busterminal“. Unterwegs wurde mir dann schnell noch mein Kapuzenpulli geklaut. Lief also!
Busticket für 150 Bolivianos (ca. 14€) gekauft. Der Bus… Seht selbst bei den Bildern. Halb so wild denkt man sich da ja. Als junger Mann steckt man das ja weg… Ne is klar!
5 Min. nach Abfahrt seh ich den Busfahrer im Rückspiegel. Kurze Bekreuzigung, und ne Hand voll Coca-Blätter ab in die Backe. Na heilige Sche… fängt das gut an!
Die ersten 6 Stunden Asphalt. Alles gut. Es dämmert. Dann geht es auf die Schotterpiste mit Schlaglöchern, da könnte man n Pool draus machen. Erste Versuche einzuschlafen gelingen Manolo und mir, dank seiner Schlaftabletten. Dann mitten in der Nacht bleibt der Bus stehen. Mitten im Nirgendwo. Nur Dschungel um uns. Verplant wachen wir auf. Der Busfahrer steigt aus und lässt die Türe auf und das Licht an. „Seid gegrüßt ihr blutgeilen Mosquitos!“, konnte ich nur noch sagen. Also konnten wir auch aussteigen um zu gucken was das Problem war. Reifen, Getriebe oder Überhitzung? Neeeeeiiiinnnn! Haaaaa, Benzin leer! Wir fuhren also mit zu wenig Benzin los. Die haben doch echt n Schatten. Genügend Coca-Blätter im Maul, aber zu dumm zum Planen. Nach einer Stunde hatte der Fahrer dann zwei andere Busse angehalten und mit nem Schlauch je 20 Liter abgezapft; auf die klassische Art mit ansaugen und so… Weiter gings.
Gegen Sonnenaufgang blieb der Bus dann wieder stehen. Diesmal allerdings umgeben von mehreren anderen Bussen. Was ist passiert? Wir standen am Anfang einer vollkommen Zugeregneten Matschstrecke! So was habe ich noch nicht gesehen. An manchen Stellen ist man bis zur Mitte vom Schienbein eingesunken. Vor uns lagen 20km dieses Weges, versperrt von etlichen festgefahrenen LKW´s, Bussen und PKW´s. Die erste Ansage vom Busfahrer war: „ Jetzt müssen wir warten bis die Sonne den Matsch trocknet. Also so einen Tag.“ Ah ja! Fast schon zum Glück muss ich sagen, dass es dann wieder zu regnen anfing und der Fahrer dann entschied, dass es wohl besser wäre es zu versuchen. Wir brauchten 5 Stunden für dieses Stück. Manolo, 4 Brasilianer und ich hatten schon überlegt zu Fuß weiter zu gehen. So aussichtslos schien manchmal die Lage! Ich hab noch nie Busse so durch die Gegend rutschen sehen! Aber guckt Euch die Fotos an. Die Videos gibt’s dann leider auch erst in Deutschland wegen des Formates!
Naja, der Rest der Reise verlief dann eigentlich ganz gut. In Santa Cruz angekommen hatten wir 7 Stunden Aufenthalt bevor es weiter nach La Paz ging. Die Zeit wurde für einige Biere genutzt! So konnten wir dann wenigstens einigermaßen schlafen.

Nach 75 Stunden Reisezeit sind wir dann endlich in La Paz angekommen. Von Erlebnissen durchweicht, muss ich mir jetzt mal Gedanken machen, ob ich das noch mal machen würde. Aber irgendwie wars lustig! Nach zwei Nächten gings dann mitm Bus 12 Stunden nach Uyuni. Aber davon das nächste mal mehr!

"Busterminal" in Puerto Suarez


Toiletten in Bolivien. Und die kosten auch noch was...


Unser "Bus" nach Santa Cruz.


So siehtrs aus, wenns geregnet hat.


Nichts ging mehr für 5 Stunden!


Ah so!!


Santa Cruz. Alle happy!

Santa Cruz Churrascaria. Hätte mich fast meinen Uyuni Trip gekostet, wenn ihr versteht was ich meine...


Willkommen in La Paz.


75 Stunden Reisestrapaze sind vorbei! Wo ist mein Bier?!

2 Kommentare:

  1. Ein TRAUM!!! So muss es einfach sein, wenn man in Südamerika Bus fährt! Da bin ich doch froh diese Strassen mit unserem gemieteten Toyota Hilux selber fahren zu können! YeAHHH! Dann fährt man einfach an den Bussen vorbei - natürlich nur weil ich so ein Hammer Ralley Fahrer bin!
    Wo sind die Bilder vom Gipfel!!!

    Hier hats grad 20cm Schnee und morgen gehts zum Rodeln :-) aber ich würde lieber mit Dir tauschen!
    Habe die Ehre,
    Roman

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  2. Das kann man so sagen. Ich habe die Leute gehasst, die mit ihrem 4X4 an uns vorbei gezogen sind. N paar sind aber auch stecken geblieben. Alle samt Ralley Fahrer ;-)

    Morgen gibts Uyuni und Death Road. Und wenn das Netz hier in Arequipa mitspielt, schaff ichs vielleicht auch bis zum Potosi Bericht.

    Küss die Hand,
    Nando

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